Auch nach 25 Jahren…

stimmt dieser Post noch.

Und mir ist aufgefallen, dass mich der Mauerfall noch auf andere Weise geprägt hat: In meiner Jugend galt die Tatsache, dass es immer eine BRD und eine DDR geben würde zumindest in meinem Umfeld als unumstößlich. Jeder, der eine Wiedervereinigung für möglich hielt, war ein naiver Spinner. 1989 hat mich gelehrt, dass gutmenschelnde, naive Spinner so ziemlich alles erreichen können und man sie niemals unterschätzen sollte. „Dazu wird es nie kommen“ oder „das wird immer so sein“ hat mir dieses Mit-Erleben sehr gründlich ausgetrieben.

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2 Antworten zu Auch nach 25 Jahren…

  1. Bini. schreibt:

    diese meine antwort habe ich jetzt eins zu eins kopiert und zwar von hier http://tonari.wordpress.com/2014/11/08/lichtgrenze-am-engelbecken/

    als ich im februar 89 zum ersten mal in west-berlin war, war ein besuch direkt an der mauer “pflicht” … ich stand da auf der aussichtsplattform die es am reichstagsgebäude gab und schaute “rüber” … ich sah das brandenburger tor, welches verloren wirkte, einen leeren platz auf dem vor meinem inneren auge das blühende leben tobte, wo menschen flanierten und verweilten und und und … und ich fühlte mich so machtlos, hilflos und -eingesperrt- … obwohl ich nur eine besucherin in west-berlin aus dem westen war

    die zugfahrt empfand ich als sehr bedrückend – einerseits wegen der kontrollen, die im zuge die ganze zeit stattfanden, andererseits wegen der menschen, die ich in den bahnhöfen sah, wo der westzug durchfuhr bzw. sogar hielt… es ergriff mich eine tiefe traurigkeit und ich war “froh” als der zug im bunten berlin ankam …

    dann fuhr ich wieder nach hause, mit bildern im gepäck und erinnerungen und einer menge gefühlen. in berlin selbst war ich vor dem mauerfall nie wieder. erst im jahre 2003 und selbst da kamen die empfindungen wieder hoch und als ich am checkpoint charlie war -ach die gefühle kann ich irgendwie nicht beschreiben- jedenfalls stand ich da und schaute und schaute und schaute … vor meinem geistigem auge war dort noch immer diese mauer und ich erwartete eigentlich in jedem moment von einem soldaten zurückgerufen zu werden, als ich in richtung “osten” ging … verrückt, oder?

    ich bin in der nähe von lauenburg großgeworden, die mauer war immer irgendwie da und natürlich haben wir von der schule aus auch mal ausflüge gemacht, um die mauer bzw. stacheldraht und türme, direkt zu sehen – es war für mich immer irgendwie unwirklich, das es dort ein land gibt, wo auch menschen wohnen, ich aber dort nicht einfach so hingehen konnte … später, wenn ich in den ferien abends am strand war, konnte ich die suchscheinwerfer sehen, die über die lübecker bucht leuchteten … beklemmend war das, obwohl ich in freiheit war – aber diese lichter zeigten mir sehr deutlich, das es ein privileg war, welches euch “ostlern” nicht vergönnt war …

    als damals die nachricht kam, das die mauer offen ist und sich unsere luft “blau” verfärbte -lächel- hab ich mich so riesig gefreut und war gleichzeitig wie gelähmt. eine leise stimme flüsterte: ob das man gut geht, ob die die tür nich doch wieder schließen … es hat eine weile gedauert, bis diese stimme ruhe gab und vorallem, das diese kleine leise stimme NICHT recht behalten hat :)
    lg
    bini.

  2. Georg B. Mrozek schreibt:

    „Dazu wird es nie kommen“ – von wegen, ein wichtiger Gedankengang von dir, alles kann kommen, das ist so wahr; es trifft aber leider auch im negativen Fall zu: Krieg in Europa, gar in Deutschland? „Dazu wird es nie kommen!“ Nein? Wird es nicht? Hoffentlich nicht. Aber möglich ist alles, das schreibst du sehr deutlich, wahr und weise.

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