Das Haus

Es bricht mir das Herz.

Zwei meiner Großeltern (ja, ich habe noch alle vier, was an ein Wunder grenzt) mussten vor ein paar Monaten umziehen in ein Pflegeheim, es ging nicht mehr allein. Um das zu finanzieren müssen sie ihr Haus verkaufen. Ein Haus, das sie mit eigenen Händen gebaut haben, die Geschichten und Bilder davon habe ich oft und immer wieder gehört und gesehen. Fünfzig Jahre, ziemlich genau, haben sie in diesem Haus gelebt. Es geliebt, gepflegt, erneuert und verbessert. Haben den Garten versorgt und er sie (ganz früher, als ich Kind war, gab es ein großes Erdbeerfeld, das war ein Traum), haben sehr oft gesagt, wie glücklich sie über dieses Haus sind. Es bricht mir das Herz.

Da meine Eltern ab und an umgezogen sind und die anderen Großeltern auch (heute leben sie wieder in dem Haus, in dem Großmutter geboren wurde, nur ist es völlig umgebaut, aber das ist eine andere Geschichte) ist dieses Haus das einzige, das seit ich denken kann immer da war. In dem ich immer gern gesehen war, das ich kannte, dessen Garten und Wege mit vielen Erinnerungen verbunden waren. Und wenn das schon mir so geht, die ich nur ein paar mal pro Jahr da war, wie mag es meinen Großeltern erst gehen. Der Gedanke, dort nicht mehr hinzukönnen ist unerträglich. Es bricht mir das Herz.

Und nun scheint dieses Haus nicht verkäuflich zu sein. Es liegt wunderschön oben an einem Hang, nah an Wald und Feld. Aber in der Siedlung sind alle Häuser vor fünfzig Jahren gebaut und nun stehen mehrere gleichzeitig leer, der Lauf der Dinge. Und obwohl es einen großen Garten hat und der Preis schon immer weiter runterging und für mein Verständnis unfassbar niedrig ist, findet sich kein Käufer. Ja, es ist fünfzig Jahre alt und ja, es ist nicht sehr groß und ja, man müsste sicher auch was dran tun. Aber es ist gut gepflegt, hat alte, wunderschöne Holzböden, und – es bricht mir das Herz.

Wenn Sie zufällig am Rand von Helmstedt ein freistehendes Einfamilienhaus auf 760 qm für 90.000 Euro suchen oder jemanden kennen, der es tut: Bitte melden Sie sich bei mir unter zicke (ät) das-miest (punkt) de. Ich hätte einen Link, Bilder und jederzeit die Möglichkeit zum Zugang, Maklerkosten könnten umgangen werden. Bitte verlinken Sie auch gern bei sich weiter hierin. Hilfe aus dem bösen, kalten, seelenlosen Internet wäre hochwillkommen, ich brauche jetzt mal networking. Danke.

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3 Antworten zu Das Haus

  1. Georg schreibt:

    Warum wäre das Haus denn nicht etwas für dich? So wie du emotional darüber berichtest, glaube ich, dass zwei Liebende dann zusammenträfen: Das Haus, indem es die Familie weiter behütet, und du (ihr), indem ihr eure Heimat behaltet.

  2. dasmiest schreibt:

    Georg, meine Heimat war es nie, sondern die meiner Großeltern. Wir leben 250 km entfernt, haben da Job, Haus, Schule, Freunde, Leben.
    Ich liebe dieses Haus, aber nicht als meines, davon ab, dass es für uns in der gegenwärtigen Konstellation zu klein wäre.

  3. Georg schreibt:

    Das ist aber schade. Gerade in diesen unsicheren Zeiten, in denen der Euro immer weniger Wert ist, gewinnen Haus und Grund neben Gold und Diamanten als einziger verlässlicher Wert immer mehr an Bedeutung. Naja, dann wünsche ich dir bald einen geeigneten Käufer. Leerstand kostet auch viel.

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