Zeitungslesegedanken

Die mehr oder weniger Fassungslosigkeiten der Woche (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Mir ist völlig unklar, warum sich irgendwer über das Verteilen von Koranen (ist das der korrekte Plural? Vermutlich gibt es gar keinen…) aufregt. Seit wann schadet es, sich zu informieren? Zu lesen, ob denn die Quelle des bösen Islam wirklich so böse ist oder vielleicht ja doch nicht… Und ja, na sicher wollen die Verteiler damit nach Möglichkeit bekehren. Aber was glauben Sie, was all die Leute wollen, die kostenlose Bibeln verteilen? Sie ungefragt allen Kindern in der Schule in die Hand drücken? Den Aufschrei möchte ich nicht hören, wagte das einer mit dem Koran. Für mich ist da eine Sekte genauso schlimm oder auch nicht wie die andere, null Unterschied.

Könnte mal jemand die sogenannte Familienministerin in die Steinzeit zurückbeamen, aus der sie offenbar kommt, bitte? Das „Betreuungsgeld“ steuert derart in die falsche Richtung, dass ich es schon kaum für zu überbieten halte. Und die konsequente Verweigerung einer gesetzlich geregelten Quote zeigt mir dann: Der Schwachsinn hat System. Die Feministin in mir kriegt das Kotzen.

Ich mag ja naiv sein, aber wenn die Piraten Punkte machen und dadurch Grüne und SPD zuwenig für eine Regierung bekommen, dann heißt meiner Meinung nach die vom Wähler gewollte Alternative vielleicht nicht große Koalition, sondern Regierungsbeteiligung der Piraten…

Ich könnte noch über die homophoben Russen und die Amerikaner und ihr Steuersystem, aber mir ist jetzt zu schlecht.

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8 Antworten zu Zeitungslesegedanken

  1. Barbara schreibt:

    Ich habe mich ehrlich gesagt sehr ueber das Bibel verteilen in der Schule aufgeregt. Besonders darueber, dass die Kinder im hinteren Teil der Bibel unterschreiben durften, dass sie Suender sind. Unglaublich finde ich das und das obwohl ich alle meine ungetauften Kinder prinzipiell am Religionsunterricht teilnehmen lasse.
    Gruss
    Barbara

  2. dasmiest schreibt:

    Uff, also über eine solche Unterschrift hätte ich mich auch aufgeregt, sogar massivst. Das Verteilen find ich auch nicht so toll, aber wie gesagt, mal lesen und sich aus erster Hand informieren ist nicht schlecht, auch wenn hier keiner was von der Bibel hält.

  3. Wolfram schreibt:

    @Barbara: zu der Unterschrift zwingt keiner, und ich finde diese Seite in den Bibeln der Gideon-Brüder auch nicht gut, weil eben völlig unkommentiert – aber es wäre jetzt mal ein interessanter Ansatzpunkt zum Drüberreden, was denn „Sünde“ bzw. „Sünder sein“ eigentlich bedeutet.

    @Miest: gegen die Einstufung als „Sekte“ verwahre ich mich. Dazu gehört u.a., daß die Gemeinschaft ihren Mitgliedern den Kontakt zu Nichtmitgliedern miesmacht (außer zu Missionszwecken) und jeden (!) Kontakt zu „Abtrünnigen“, sprich Leuten, die die Gemeinschaft verlassen haben, streng untersagt. Das ist leider ein Charakteristikum des Islam in vielen Ländern, aber bestimmt nicht der christlichen Kirchen.

  4. dasmiest schreibt:

    @Wolfram: Ich weiß nicht, wo diese Definition einer Sekte herkommt, habe ich so nicht gefunden. Ich fand z.B. „eine in irgendeiner Hinsicht gefährliche oder problematische Religionsgemeinschaft“ und das finde ich auch auf sämtliche christlichen Kirchen durchaus zutreffend, die Folgen des Zölibats für minderjährige Kinder z.B. sind hinreichend bekannt. Und diese Grundannahme von „wir sind besser als alle anderen“, das als Grund für das Verbot von Kontakt zu Andersgläubigen gilt, das ist dem christlichen Glauben sehr wohl immanent, sonst wäre schwer zu erklären, wieso Ungetaufte grundsätzlich keine Chance auf ein glückliches Leben nach dem Tod haben.
    Aber ich gebe zu, ich habe den Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben nie ganz verstanden, deshalb vermutlich auch die Unterscheidung zwischen Religionsgemeinschaft und Sekte nicht; für mich ist das eine wie das andere aberwitzig und nicht nachvollziehbar.

  5. Tina schreibt:

    Das Problem ist nicht was verteilt wird, sondern wer es verteilt. Wobei ich befürchte, dass es genügend Islamphobiker gibt, die den Unterschied nicht wahrnehmen.

    Die Frauenquote will ich auch und eine neue Familien- und Frauenministerin, eine, die sich was traut, eine unbequeme Lila-Latzhosen-Emanze. gern eine Frau Piratin, hauptsache unbequem.

  6. Wolfram schreibt:

    Deine Antwort zeigt, daß du von christlichen Kirchen jedenfalls keine Ahnung hast und einiges, was du irgendwo zutreffend oder unzutreffend über die römische Kirche gehört hast, unreflektiert auf sämtliche christlichen Kirchen überträgst. Ob das nun die Tauftheologie ist, die ich so überhaupt nicht kenne, oder der Priesterzölibat, der ein Sonderweg der römischen Kirche ist…

    Dessen ungeachtet: es gibt keinen irgendwie haltbaren Zusammenhang zwischen Priesterzölibat und Kindesmißbrauch.
    – 95% der Mißbräuche geschehen im familiären Umfeld, durch Väter oder Onkel oder Brüder oder Stief-all solche. Wahrscheinlich sogar mehr, denn Mißbrauch im familiären Umfeld unterliegt noch einem wesentlich höheren Schweigedruck als der in den Institutionen.
    – Leider Gottes werden überall, wo Erwachsene eine Machtposition über Kinder haben, auch schon mal Kinder mißbraucht. Und daß wir uns da recht verstehen, JEDES Mal ist eins zuviel. Aber das geschieht nicht nur in katholischen Schulen und Einrichtungen, wie du suggerierst, sondern genausogut in alternativen, staatlichen oder in Sportvereinen.
    Der Amerikaner Ron O’Grady ist der Koordinator der „Internationalen Kampagne gegen Kinderprostitution“, die auch in Deutschland aktiv ist. In seinem Buch ‚Gebrochene Rosen‘ charakterisiert O’Grady den „typischen Pädophilen““ so: „Er ist ein Akademiker oder freiberuflich arbeitender Mann mittleren Alters. Möglicherweise ist er Arzt (häufig Kinderarzt), Lehrer. Sozialpädagoge oder Geistlicher. Meistens hat er beruflich mit Kindern zu tun oder ist in seiner Freizeit in der Kinderarbeit engagiert. Er ist wahrscheinlich verheiratet oder war es und hat Kinder.“ (Stand in „emma“).
    Und das hier ist auch mal ganz interessant, falls du dich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen willst: „Schon die Vorfälle an der hessischen Odenwaldschule haben gezeigt, dass es eine Verbindung zwischen Reformanspruch und Enthemmung gibt.“
    Eher das Gegenteil von „katholisches Zölibat = Kindsmißbrauch“, oder?

  7. dasmiest schreibt:

    @Wolfram: Ich hab jetzt überlegt, ob ich mir die Mühe mache, nachzuweisen, dass ich sowohl von christlichen Religionen ein klein wenig Ahnung habe, als auch von der Kindesmissbrauchsthematik. Allein, ich habe keine Lust mich in meinem eigenen virtuellen Wohnzimmer in irgendeiner Form rechtfertigen zu müssen. Wenn Ihnen meine Ansichten zu Kirchen und Religionen nicht gefallen, dann kann ich nur empfehlen, woanders lesen zu gehen, denn die werden hier immer wieder mal so formuliert werden.
    Die Diskussionen habe ich vor 20 Jahren mit Verve geführt, ich bin es müde und meine Zeit ist mir zu schade. Ich werde also nicht mehr weiter auf Kommentare dazu reagieren.

  8. Wolfram schreibt:

    Daß sie von „christlichen Religionen“ [sic!] vielleicht „Ahnung“, aberwenig bis kein Sachwissen haben, das haben Sie schon überzeugend nachgewiesen. Ihre Vorurteile dazu übrigens auch. Nun gut. Es gehört auch zur verfassungsmäßig garantierten Informationsfreiheit, sich nicht informieren zu wollen und trotzdem seine Meinung herauszuposaunen.
    Und da ich nicht weiß, wie Sie zu Begriffen stehen, die mit igno oder born anfangen, sage ich Ihnen auch nicht, wie ich Leute einschätze, die ihre Meinung um so überzeugter heraustr… äh, von sich geben, je weniger sie davon wissen.
    Was die christlichen Kirchen angeht, die können das wahrscheinlich ab, die haben damit 2000 Jahre Erfahrung.
    In Sachen Kindsmißbrauch kann ich Ihnen allerdings nur im Interesse Ihrer eigenen Kinder dringendst raten, Ihre Position noch mal zu überdenken; mindestens 99 von 100 Menschen, die Kinder mißbrauchen, leben weder im institutionellen Zölibat noch sind römische Priester…

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