Nachhaltige Idiotie

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, wie ich sie derart widerlich finde.

Diese Leute, die immer noch und wieder der Meinung sind, die schlimmste Beleidigung, die man ihnen antun könnte, wäre es, sie schwul zu nennen. Die saublöde Sprüche machen und – wenn sie richtig nett sein wollen! – einem hinterher erzählen, das wäre doch nur ein Späßchen gewesen. Die „ja nichts gegen Schwule haben“, nur das eigene Kind soll dann bitte doch lieber nicht… Die, wenn man sie dafür anpflaumt, einen garantiert als humorlose Zicke beschimpfen, die sich doch bitte nicht so haben soll. Die sich in ihrem Stammtischniveau dann fast immer im spätestens nächsten Satz auch über Juden und Ausländer auslassen.

Ich fasse es nicht, dass dieses Denken tatsächlich immer noch in den Köpfen ist. Und das ich immer noch nicht genug Menschenkenntnis habe, um nicht ab und an mal wieder davon überrascht zu werden.

Es gibt echt wenig, was mir so gründlich und langanhaltend die Laune versauen kann.

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6 Antworten zu Nachhaltige Idiotie

  1. Bini. schreibt:

    -unterschreib-

  2. Serenity schreibt:

    „Was? Ich dachte die Diskriminierung von Homosexuellen gibt es in Großstädten gar nicht mehr.“ hörte ich neulich jemanden sagen. Ja genau, und Frauen sind doch schon vollständig gleichbereichtigt.
    Ich erlebe unterschwellige und offene Diskriminierung beinahe täglich. Nur weil ich eine Frau liebe und damit aus dem Konstrukt der kleinbürgerlichen Familie mit Mann Frau Kind ausbreche.
    Und völlig blöd ist es wenn leute differenzieren zwischen guten und schlechten Homosexuellen. Wenn Leute sagen: „Lesben find ich geil, aber schwule eklig und Transgender? Was ist das denn?“
    An meiner Fakultät laufen Menschen herum die mal Sozialpädagogen werden. Manche von ihnen kleben an den Fenstern wenn ich mit meiner Partnerin den Campus betrete. Und dann erst einige meiner Christen“freunde“, die sich als ich mich outete von mit abwandten weil sie „sich nicht anschauen können, dass ich in die Hölle komme.“
    Ich bin Christin, und ich glaube Gott findet mich ziemlich ok ;)
    (Natürlich gibt es auch Menschen die damit ganz anders und ziemlich locker umgehen…)

    LG,
    Svenja

  3. Sylvia schreibt:

    Ich habe beruflich viel mit Menschen zu tun. Du würdest noch viel mehr kübeln, wenn du hören könntest, wie Leute jeder Generation und auch fast jeder Bildung über andere reden. Das müssen nicht einmal Minderheiten sein, es fängt hier auf dem Land schon bei „sensationellen“ Scheidungen an.

    Dann, wenn sie denken, jetzt sind wir unter uns, jetzt müssen wir nicht mehr politisch korrekt sein.

    Mit zunehmendem Alter fällt es mir immer schwerer, mich zurückzuhalten, denn Kunden gegenüber kann ich nicht so reagieren wie im „normalen“ Leben. Ich habe allerdings in einem Härtefall schon einem (sehr alten) Kunden ganz offiziell den Rausschmiss aus der Versammlung angedroht, wenn er noch einmal in meiner Anwesenheit derartige Nazisprüche von sich gibt. DER hat sich dann jahrelang zusammengenommen, aber seine Einstellung bleibt eben trotzdem tiefbraun *seufz*.

  4. danielag schreibt:

    Hallo Frau Miest,
    ich hab mich grad gefragt, wieso mich sowas kaum noch aufregt, obwohl ich Deine Meinung 100% ig teile.

    Das Thema hat leider so viele Variationenen:
    Schwule und Lesben
    Emanzen (sind ja quasi dasselbe wie Lesben)
    Hausmänner (die sind alle schwul, oder?)
    Ausländer im Allgemeinen
    Muslime und Schwarze im Besonderen
    Kinderreiche Familien
    Doppelverdiener ohne Kinder
    Dicke, Magersüchtige, Gepiercte, Tätowierte, Punks, Spießer…

    Ich versuche immer offen zu sein und erwische mich selbst bei politisch unkorrektem Denken und Witzen auf Kosten anderer.

    Also lieber nicht kotzen (am Ende gerätst Du als Bulimikerin ins Gerede) sondern beharrlich selbst besser machen und in ruhigen Momenten reden. Deinen Kindern etwas anderes vorleben. So oft wie möglich Farbe bekennen. Denn ganz ehrlich. Es ist nicht immer sinnvoll den Leuten sofort übers Maul zu fahren.

    Übrigens, unsere Gemeinde hat eine lesbische Pfarrerin. Die beste Seelsorgerin, die ich überhaupt kenne. Wie es dazu kam habe ich mal lyrisch verpackt. (Muss man lesen wie eine Büttenrede). Da der Post – wie seltsam – nicht mehr erreichtbar ist, packe ich ihn mal in die Seiten meines Blogs.
    Liebe Grüße

    Daniela

  5. Serenity schreibt:

    Ja, warum sollte denn eine lesbische Pfarrerin keine gute Seelsorgerin sein. Beziehungsweise warum muss man das bei ihr so betonen?
    Und, manchmal denke ich, man kann den Leuten bei sowas gar nicht oft genug übers Maul fahren. Aber da sind die Taktiken der Menschen ja verschieden.
    Liebe Grüße,
    Svenja

  6. danielag schreibt:

    Ich muss es betonen, weil man sie nur aufgrund ihrer Lebensweise gleich gar nicht haben wollte. Wenn ich überlege, was der Gemeinde dadurch entgangen wäre. Inzwischen freut sich aber jeder, weil die Partnerin unserer Pfarrerin Schreinermeisterin ist und sowas bei einer Kirchenrenovierung ganz vorzüglich zu gebrauchen ist.

    Ich freue mich aber immer wieder, wie gerade die Frauen der älteren Generation inzwischen sehr entspannt mit dem Thema umgehen und sich auch recht intensiv damit beschäftigen. Komischerweise sind es eher Männer die da befangen sind. Und dann immer wieder der Schock, wenn jüngere Menschen meinen, das ginge ja wohl gar nicht.

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