Nesseln, tiefe Nesseln

in die ich mich mal wieder setze. Wie jedes Jahr werde ich mich auch dieses Jahr wieder anfeinden lassen.

Weil ich nämlich Halloween mag. Weil meine Kinder um die Häuser ziehen – und wohlgemerkt verkleidet sind, ein längeres Gedicht können, in erwachsener Begleitung gehen und nur dort klingeln, wo Kürbisse leuchten. Weil ich genervt bin von den Mitmenschen, die sich aufregen über die „Bettelei“ die doch so amerikanisch sei. Weil es nämlich nicht stimmt. Der Brauch kommt ursprünglich aus Irland, ist von dort in die USA getragen worden. Und bitte, wer mich kennt, der weiß, dass ich beileibe eher kritisch bin bei allem, was amerikanisch ist. Aber ich bin auch kein großer Traditionsmensch. Ich bin bereit, eine neue Sache anzunehmen, die es in meiner Kindheit noch nicht gab (auch wenn ich wahrscheinlich geprägt bin, denn meine Mutter liebte schon immer Charlie Brown und ich kannte den „großen Kürbis“ bevor ich die leiseste Ahnung hatte, was hinter Halloween steckt oder es irgendwer hier feierte). Noch nie habe ich verstanden, warum „das war schon immer so“ ein Argument dafür sein soll, dass etwas gut ist. Man kann Feste und die Art sie zu feiern ändern.

Weil es eigentlich darum ging, die Geister der Verstorbenen, die in der Nacht vor Allerheiligen aus ihren Gräbern auferstehen und zu den Lebenden gehen, zu vertreiben, mit eigenen gruseligen Verkleidungen. Schon allein das wissen heute längst nicht mehr alle, vor allem die nicht, die so gerne schimpfen. (Ja, ich weiß, Sie natürlich schon). Ja, das ist Aberglaube.

Nur – für mich ist jede Religion, wirklich jede, genau so ein Aberglaube, ganz genauso blödsinnig. Vielleicht mag ich deshalb Halloween, weil es ganz offen Spaß an etwas hat, was heute eigentlich niemand mehr wirklich glaubt. Das gibt mir die Hoffnung, dass auch anderer Blödsinn sich irgendwann nur noch als lustiges Ritual darstellt – und dazu steht.

Auch sehe ich immer den Unterschied dieser „Bettelei“ nicht zu den Betteleien, welche die guten Christen dann etwas später so schön und völlig in Ordnung finden. Sei es am Martinstag oder das Dreikönigssingen oder was es da noch alles gibt. Ich bin froh, dass diese Sitten in unserer heidnischen Gegend nicht verbreitet sind, aber trotzdem könnte mir mal jemand erklären, was der Unterschied ist, wenn die Kinder da Lieder singen, an Haustüren klingen und eine Belohnung bekommen. Nur die Art des Aberglaubens oder?

Und meine Kinder, die haben einfach Spaß am Verkleiden, am im Dunkeln rumgehen, am Gedicht lernen und natürlich auch an den Süßigkeiten.

Ja, wir gehen heute abend, denn gruseln tut es mich genug das ganze Jahr über, jetzt sind anderen dran ;-).

So. Tiefe Nesseln. Stammplatz. Und trotzdem musste es auch dieses Jahr wieder raus.

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23 Antworten zu Nesseln, tiefe Nesseln

  1. soulsilence schreibt:

    Wenn Halloween so „praktiziert“ wird, wie bei Ihnen, hab ich überhaupt kein Problem damit. Nur leider hat es in unserer Gegend Ausmaße angenommen, die mittlerweile einfach nur noch nerven. Ob hier was leuchtet oder nicht, ist schon mal egal. Dann werden keine Gedichte aufgesagt oder schöne Lieder gesungen, sondern rumgealbert, gegröhlt und sich vor der Tür noch um die Süßigkeiten gestritten. Mal abgesehen davon, dass das leider nicht nur Kinder mit ihren Eltern sind, die dort stehen, sondern oft auch Jugendliche ab 13 aufwärts. Und die Krönung für mich ist, dass es hier wirklich danach aussieht, als müsse man alles „mitnehmen“, denn hier wird auch das Martins- und das Nikolaussingen genauso ausgeübt.

    Ich finde es schade für die Familien, die so denken und das so machen, wie Sie, aber wegen zu vieler schlechter Erfahrungen bleibt unsere Klingel heute aus.

  2. Ringelstruempfe schreibt:

    Ich bin kein grosser Freund von Halloween und so bin ich der Gringe und gehe nicht mit unserem Kleinen Mann durch die Nachbarschaft. Vorrecht der Einwanderer eben…

  3. FantaFünf schreibt:

    Auch wir … werden geistern gehen – mit Verkleidung, mit Gedicht, mit der FantaMama als Aufsicht und nur zu „willigen“ Opfern (Laterne!) – zu denen wir auch gehören, auch vor unserer Tür stehen beleuchtete Kürbisse und hinter der Tür wartet Süsses auf nette, kleine Geister. Also, her mit den Nesseln … ;-)

  4. Noga schreibt:

    Dass die Leute sich über „Bettelei“ aufregen als etwas Amerikanisches, das verstehe ich nicht. Solche Bräuche gibt es in regionaler Unterschiedlichkeit überall im deutschsprachigen Raum. Der Volkskundler – entschuldigung – Ethnologe nennt das „Heischebräuche“.

    Was mich nervt, ist diese „das-steht-uns-zu“-Haltung ohne Lied, Spruch, Gedicht oder was auch immer. Vor einigen Jahren wollte eine Mutter an meiner Haustür handgreiflich gegen mich werden. Ich hatte den Kindern gesagt, wenn sie ein Lied singen oder ein Gedicht aufsagen, dann ist es o.k. – aber nur so betteln und fordern ist nicht. „Du müssen geben Geld“ hörte ich dann von der begleitenden Erziehungsberechtigten.

    Beim Dreikönigssingen wird das gesammelte Geld für Kinder in der Dritten Welt gegeben. Und bei St. Martin kenne ich es nicht, daß dabei etwas eingesammelt wird.

  5. Ich hasse es, dass Halloween hier tatsächlich dazu verkommen ist, dass Jugendliche marodierend durch die Gegend ziehen. Sie klingeln wahllos und sagen „Wir nehmen auch Geld!“. Autos werden beschädigt, Briefkästen gesprengt und Hausfassaden dauerhaft beschädigt.
    Ich hasse es, dass es Hausbesitzer gibt, die klingelnde Kinder komplett zusammen stauchen oder, wie im Falle der besten Tochterfreundin, diese festhalten, ihnen die Tasche mit den Süßigkeiten abnehmen (in der sich der Haustürschlüssel befindet) und dem heulenden Kind die Tür vor der Nase zuknallen.
    Ich hasse es, irgendwelche wildfremden Kindern irgendwelche Süßigkeiten zuzustecken, ich hasse es, wenn meine Kinder von irgendwelchen wildfremden Menschen Süßigkeiten zugesteckt bekommen.

    Ich finde Halloween prima. In den Staaten, da wo die Regeln bekannt sind. Ich würde mich gerne verkleiden und klingelnde Kinder erschrecken, ich liebe Roseanne an Halloween :-) Aber hier her, in die biedere Weingegend … passt es nicht. Vielleicht, weil keiner bereit ist, die Regeln zu lernen.
    Hier ziehen die Konfirmanden zu Erntedank mit dem Bollerwagen durch die Gegend und sammeln Lebensmittel und Geld. Und die Heiligen drei bis sechs Könige kommen im Januar, sammeln Geld und kleben neuerdings den Segen an die Tür. Das ist ok, das hat Tradition.
    Halbaufgeschnapptes mag ich nicht unterstützen.

    (ich mag Dich aber trotzdem schrecklich gerne und wünsche viel Vergnügen heute Abend.)

  6. casino schreibt:

    na, die meisten argumente so in meinem mitelternumfeld kommen eher wegen dem grund der halloween- einführung (etymologisch von all saints eve, der abend vor allerheiligen, also doch wieder ein bisschen religion dabei, so als christin argumentiert :) durch die süßwarenindustrie, als gelungener verkaufscoup – diese argumente teile ich. die kinder aber lassen den konsumtrip sowieso beiseite, sie genießen das verkleiden, die geschichten, und das losziehen und klingeln finde ich auch großartig, man sollte halt mitgehen. meine drei haben auch alle mitgemacht, mich freut ihr spass und die aufregung, und sie kennen ja laternelaufen und weihnachten auch nicht viel länger als halloween. (und ne schwäche für den süßkram hab ich auch ehrlichgesagt)

  7. casino schreibt:

    (fehlt klammer zu nach dem smiley)

  8. hufi schreibt:

    Wenn die Helloweeniker wenigstens unter sich bleiben würden. Okay.

    Aber was das Dreikönigssingen angeht, so macht man das an sich nicht für sich selbst, sondern für andere, siehe Noga.

    Aber so wie in der Regel das alles hier (hier in Regensburg ja weniger) betrieben wird, ist das einfach nur unangenehm. Und der Verweis auf irgendeine Tradition in Irland ist mir ziemlich schnurz, es gibt auch andere äußerst unangenehme und dumm Traditionen überall auf der Welt. Und schönere, wenn in Mexiko immer irgendwo mal Fiesta ist, um böse Geister zu vertreiben. (Zuletzt von attac an der Frankfurter Börse).

  9. dasmiest schreibt:

    Ja, ich teile die Kritik, dass es nur funktioniert, wenn die Regeln bekannt sind und eingehalten werden. Allerdings hilft allgemeine Verdammung selten, Regeln zu verbreiten und zu festigen. Bringen Sie doch lieber ihren Kindern bei, wie es richtig geht ;-).
    Die hier geschilderten Fälle sind vollkommen daneben und inakzeptabel, keine Frage. So etwas ist mir hier noch nicht untergekommen, in keiner Variante, zum Glück.

    Und der Herr Huf (von dem ich übrigens hoch erfreut bin, ihn hier lesend vorzufinden): Das mit Irland war lediglich eine Erklärung, keinerlei Rechtfertigung, denn wie geschrieben: Tradition an sich ist kein Argument. Aber „von woanders“ allein ist auch kein Gegenargument.

    Das beim Dreikönigssingen für andere gesammelt wird – macht das wirklich einen Unterschied in der Betrachtung als „Bettelei“? Von St. Martin kenne ich es auch nicht selbst, nur aus einigem, was ich lese aus anderen Regionen. Aber fast überall scheint es solche Heischebräuche (danke Noga) zu geben, in irgendeiner Form. Also kann es in der Kritik doch darum eigentlich nicht gehen, dass Kinder einmal im Jahr in einer verkleideten Form, mit Gebasteltem oder Gesungenem von Tür zu Tür gehen.

  10. hufi schreibt:

    Es wäre mir auch ziemlich egal, ob es aus USA oder aus Aserbaidschan kommt. Dass es von woanders herkommt ist kann ja auch sein Gutes haben. Anderfalls würde man in seinen eigenen Traditionen und Herkömmlichkeiten auch ersticken und ziemlich dumpf zugrunde gehen. Gewöhnlich sind solche Amalgame recht produktiv. Als reiner Exportartikel sind sie jedoch selten.

    Um mal ein musikalisches Beispiel zu setzen: Jazz kommt im wesentlichen aus den USA, war selbst ein Amalgam aus zahlreichen Traditonen, die sich hübsch verbunden haben. Der europäische Jazz der 50er, aber vor allem 60er Jahre (und danach) ist aber auch schon wieder ein neues Ding – und mittlerweile ganz eigenständig, bzw. in kompletter Auflösung begriffen, so dass man mit dem Begriff fast nichts mehr anfangen kann.

    Wäre es denn nun nur eine Art Abklatsch oder Reproduktion, dann stimmt etwas nicht. Dann hat es nur Nachahmungscharakter und keine Substanz, die selbst erwächst – gut oder schlecht sei mal dahingestellt. So ist ja auch Helloween in Irland was anderes als dieser Kult in USA. In Deutschland scheint mir jedoch ganz offensichtlich, dass es sich nicht in einer produktiven Form verändert hätte. Die Nachrichten heute auf Bayern5aktuell zeigen eher an, dass essich vor allem destruktiv einnistet. In Bayreuth 27 Autos beschädigt. In München brennende Abfallkörbe und Schlägereien vor einer Disko.

    Beim Dreikönigsingen ist es doch schon anders. Früher kam es noch häufiger vor, dass irgendwelche Kiddies für sich selbst bettelten und mehr schlecht als recht sangen. Einen etwaigen Schutz des Hauses duch Segnung war da auch nicht drin. In meiner Heimatstadt kamen die offiziellen Sänger denn auch nur auf Anfrage und es hatte fast etwas von bürgerschaftlichem Engagement. Dass dazu Kinder „missbraucht“ werden, ist vielleicht eine Kehrseite. In anderen Gegenden wie der hohen Tatra läuft auch das anders.

  11. Die Rabenfrau schreibt:

    An sich finde ich Halloween ganz lustig, egal, wo der Brauch her kommt. Aber wie hier schon mehrfach angeführt, diese Auswüchse! Dieses Jahr blieben wir verschont, aber letztes Jahr zogen hier die Kids durch die Gegend, lieblos verkleidet, ohne Erziehungsberechtigtem, in ganzen Horden von 20 gröhlenden Leuten. Bisschen übertrieben, oder?
    LG
    die Rabenfrau

  12. anke schreibt:

    ich mag lieber verkleidete klingelnde kinder, als die zeugen jehova an meiner tür.

    die kinder bekommen süßkram und sind wieder weg ;)

    ausschreitungen an halloween gab es hier noch nicht. da wartet man lieber auf die freinacht … und die kommt nicht mal von den amis ;)

  13. zimtapfel schreibt:

    Ah, jetzt weiß ich, warum ich auf meinen Süßigkeiten sitznegeblieben bin: Ich hätte einen Kürbis ins Fenster stellen sollen! ;-)

    Ich bin selbst ja auch kein so großer Halloweenfreund, aber warum den Kindern den Spaß verderben?

    Bei uns in der Gegend sind wir früher sowohl an St. Martin als auch an Nikolaus durch die Gegend gezogen und haben an Haustüren gesungen (wobei das Nikolaussingen etwas verbreiteter war) und die wenigen Leute, die dafür nichts übrig hatten und nichts geben wollten, die haben halt nicht aufgemacht, die wussten, wenn es an dem Abend klingelte ja auch schon, wer vor der Tür stand. Alle anderen hatten immer schon einen Korb oder Teller bereitstehen.
    Ich erinnere mich besonders an einen Nikolausabend, als meine Schester, eine Freundin und ich alles anderen Nikolaussänger, die mit dem üblichen Bettellied durch die Gegend zogen, eiskalt ausgestochen haben, indem wir als Blockflötentrio mit „Lasst uns froh und munter sein“ auftraten. :D

  14. hufi schreibt:

    Ich verstehe wirklich nicht, wo da ein Spaßverderben ist bei dieser völlig sinnlosen Veranstaltung. Organisiertes Erschrecken hat für mich wenig mit Spaßhaben zu tun, es sei denn, es ist eine einverständliche Veranstaltung oder hat irgendeinen therapeutischen (Schluckaufbekämpfung) oder künstlerischen (Theater) Nutzen.

    Ebenso: Mit den Zeugen Jehovas kann man sich immerhin stundenlang über Gott und die Welt unterhalten, wenn man will. Sorry, aber selbst da scheinen mir die Verhältnisses des Vergleiches verschoben. Man könnte ja auch in der anderen Richtung: „Hände hoch oder ich schieße. Das ist ein Banküberfall.“ Wieso den Räubern den Spaß verderben. Die bekommen ihre Kohle und sind wieder weg. Ist ja nur so ein Beispiel.

    Ich bin schon sehr erstaunt, mit welchen Argumenten manchmal eine Veranstaltung schön geredet wird, von der ich übrigens noch nie gehört habe, dass sie irgendetwas Sinnvolles ausgelöst hätte. Wie gesagt, wenn die unter sich bleiben, die dieses Ritual mögen, soll es ruhig so sein.

    Leute in friedfertiger Mission sind mir dessen ungeachtet einfach sehr viel lieber.

  15. dasmiest schreibt:

    Hm, Herr Huf, also wenn keine Kürbisse leuchten oder Leute böse reagieren oder keiner aufmacht, dann verdirbt das den Kindern, die sich geschminkt und verkleidet haben, die ein Gedicht gelernt haben und sich freuen schon den Spaß. Das ist auch das Sinnvolle, das ich in dieser Veranstaltung sehe.

    Genauso sinnvoll wie Martinsumzüge mit Laternen, oder hätte ich die mit meinen Kindern auch nicht machen dürfen, weil sie für mich nicht religiös sind, sondern einfach der Freude dienen?

    Meine Kinder wissen eben, dass sie nur da klingeln, wo halloweenmäßig geschmückt ist, also nicht Leute belästigen, die nicht wollen. Somit ist das Ganze hier schon eine Insider-Veranstaltung. Hat man dieses Jahr auch deutlich gemerkt, denn wegen der Schulferien war viel weniger los als sonst.

    Den Vergleich mit den Räubern finde ich äußerst daneben. Klingeln und ein Gedicht aufsagen ist zum Glück noch nicht kriminell. Und mit einer Waffe drohen kann ich damit nun wirklich nicht vergleichen. Bei uns ist Halloween eine friedfertige Mission, vollkommen. Vertrieben und erschreckt werden sollen schließlich die Geister.

    Mich nerven Zeugen Jehovas viel mehr, denn ich kann nicht einfach die Kürbisse weglassen an einem Tag im Jahr, damit sie nicht kommen und selbst Schilder mit entsprechenden Mitteilungen helfen oft nicht.

    Vielleicht sehen Sie das Ganze einfach als Theatervorführung an, die sogar an die Haustür gebracht wird. Und ein wenig Süßes ist billiger als die meisten Tickets.

  16. hufi schreibt:

    Das ist jetzt aber doch recht witzig. Wenn da sich wer aufschwingt, um einem zu erklären, was Spaß zu sein hat. In der Sache lässt sich hier offenbar nicht diskutieren. Da ist dann jede Mühe wohl vergebens.

    Als Theatervorführung kann ich das, bei dem beschränktem Umfang des Tuns leider auch nicht sehen, nicht mal als Happening. Und wenn jemand Geister vertreiben will, dann kann er das gerne auch woanders.

    Sehr vergnügt sähe ich übrigens einer Untersuchung entgegen, in der die Motivation für dieses Treiben einmal erörtert würde.

    Bis dahin schadet es meines Erachtens auch nichts, wenn Kinder lernen, mit Zurückweisungen zu leben und zu lernen, eine abweichende Meinung zu akzeptieren, statt mit Saurem zu drohen (dieser friedlichen Mission).

    Nebenbei würde mich die Frequenz der Besuche der ach so verbreiteten Zeugen Jehovas interessieren. Bei mir waren sie nur einmal und fast hätte ich sie bekehrt. Die meisten stehen doch recht schweigend vor einem Kaufhaus in der Innenstadt mit ihrem Wachturm.

    PS: Manche Hunde wollen auch nur spielen, versichern ihre Besitzer. Spaß und Spiel sind keine inhaltsleeren Aktivitäten.

  17. Melly schreibt:

    Liebe Frau „dasmiest“,
    gut geschrieben und gut gekontert.
    Ich bin auch Halloween-fan, gehe auch jedes Jahr mit den Kindern und einer befreundeten Mutti (damit wir auch was zu quatschen haben) und bei uns in der Gegend (Spielstraße mit Reihenhäusern) wissen alle Bescheid und alle machen mit.
    Und bei uns wohnen auch viele ältere Leute (die man in den ersten Jahren noch aufklären mußte) und die freuen sich wie Bolle, wenn „die lieben Kleinen“ ihnen einen Besuch abstatten und ein Liedchen singen oder ein Gedicht aufsagen.
    Entsprechend sind sie dann auch schon mit „Riesenschüssel“ voller Süßigkeiten oder Äpfeln oder ähnlichem gerüstet.
    Bei uns macht es wirklich Spaß und ich freu mich, daß es den älteren Mitbürgern auch solche Freude bringt. :-))

    Liebe Grüße
    Melly

  18. dasmiest schreibt:

    Ich verstehe die harsche Reaktion jetzt nicht wirklich. Ich habe nirgends zu erklären versucht, was Spaß zu sein hat, so ein Blödsinn. Ich habe lediglich beschrieben, warum meine Kinder und viele andere, die ich kenne, es sehr wohl als Spaßverderberei empfinden würden, wenn keiner mitmacht oder sie angeschnauzt werden, weil eben weiter oben die Frage kam, wo da ein Spaßverderben sei.

    Es ist wohl richtig, dass wir uns in der Sache hier nicht annähern werden, was aber auch gar nicht schlimm ist, denn wie gesagt, nicht mal bei räumlicher Nähe würden meine Kinder bei ihnen klingeln, wenn denn nicht geschmückt ist.

    Das Saure, mit dem sie in den ersten zwei Jahren drohten, war übrigens eine mit Wasser gefüllte Blumenspritze, bei denen, die so taten als wollten sie nichts geben. Zum allseitigen Spaß. Nichts dauerhaftes, nichts schädigendes und nie bei Leuten, die nicht aufmachten o.ä.

    Und die Zeugen Jehovas hatte ich im letzten Jahr dreimal, dieses Jahr noch nicht.

    Beenden wir die Diskussion in Frieden, hoffe ich. Zumindest bis nächstes Jahr ;-).

  19. hufi schreibt:

    Sorry, dass ich mich noch einmal zurückmelden muss. Man hat mir davon abgeraten. Nein und ja: Ich finde es wirklich sehr erstaunlich, mit welchen Mitteln so ein Unsinn wie Halloween verteidigt wird. Das müssen erst einmal ein paar Leute „aufgeklärt“ werden, damit sie Freude daran gewinnen. Warum macht man dann nicht einfach mal so eine Freude, singt was etc. Einfach so. Nix organisertes Treiben.

    Hier im Raume Regensburg ist tatsächlich nach bekannten Schilderungen, dass dieses merkwürdige Verhalten in Reihenhaussiedlungen quasi inflationär geworden ist und dass diese Mutti-Geschichte Verbreitung findet. Scheint ja überdies vor allem eine Mutti-Sache zu sein.

    Sorry, dass ichmich so ereifern muss, aber ich finde, Kürbisse gehören einfach in die Suppe oder in ein leckeres Kartoffelgratin oder sonstwie lecker zubereitet. Und dieser Geisterkappes mit den vielfach standardisierten Masken aus dem nächsten Scream-Supermarkt finde ich nun wirklich lächerlich und anmaßend.

    Wenn dies denn nur auf die Vorort-Reihenhaussiedlungen als Ersatzveranstaltung zum Reformationstag seine Freunde findet und wie eine spezielle Tupperware-Party abgeht, sei es drum.

    Ein letztes Wort zum Spaß: Bitte nicht böse sein, wenn das nicht von allen so empfunden wird. Spaß, frei nach Rosa Luxemburg, ist immer auch Spaß des/der anderen. Ich finde es daher sehr nett von Ihnen, wenn Sie jene, die nun wirklich das nicht leiden können, auch in Ruhe lassen, Frau Miest. Leider weisen die Entwicklungen im Allgemeinen nicht in diese Richtung.

  20. Annie schreibt:

    Hier in Ir(r)land ist Halloween schoen, meine Kinder haben Spass dran, ich habe Spass dran das die Kinder Spass dran haben, und ohne meine Fledermaeuse an den Waenden finde ich das Haus bis zur Weihnachtsdeko immer so nackig. Also bleiben sie noch ein bisschen, die gruseligen Gesellen. Bis zum naechsten Jahr ;o) Und Halloweenmuffel gibt es hier auch, die machen dann einfach die Tuer nicht auf und gut isses!

  21. patsy schreibt:

    Also ich kann mich daran erinnern, das wir in den 70ern und Anfang der 80er auch „Klingeln“ gegangen sind. Nur halt nicht zu Halloween (da gab’s da sja hier noch nicht) sondern zu Sankt Martin. Wir sind mit den Laternen von Tür zu Tür gezogen, haben gesungen und wenn niemand aufmachte auch solche „Sprüche“ gehabt. (irgendwas mit Streich, bekomm’s aber nicht mehr zusammen ;-) ) Also sollen sich mal die Leute nicht soooo aufregen, als Kind sind sie vermutlich selbst um die Häuser gezogen, nur halt mit Laterne und ohne Kostüm. :-)

  22. hufi schreibt:

    Ja Patsy, das ist wirklich alles ziiiieeeeemlich traurig und sich nicht mehr an die Sprüche zu erinnern. Muss eine ziemlich traurige Zeit gewesen sein, damals – und bestimmt kalt. Und ein paar Gänsekeulen gabs bestimmt auch statt Sauerkraut – vielleicht nur abgenagte; wahrscheinlich.

    PS: Ich hab denen damals echt heimgeleuchtet übrigens mit meiner kleinen Laterne, selbst gebastelt, jawoll.

  23. Pingback: Halloween | Das Miest

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