Das Ding mit dem Essen und den Kindern

Angeregt durch ein Posting in einem Forum mal wieder drüber nachgedacht, wie das so ist mit dem Essverhalten der Kinder.

Ich kenne unheimlich viele Familien, in denen Essen ein großes Streßthema ist. Wo die Kinder (vermeintlich) wenig essen, extrem mäkelig essen, nur ungesund essen oder einseitig oder was weiß ich (eines dieser Kinder ißt bei mir allerdings alles klaglos). War bei uns irgendwie nie ein Thema. Die Jungs essen (fast) alles, manches natürlich lieber als anderes, weniges gar nicht. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr sehe ich Ähnlichkeiten zu den jeweiligen Erwachsenen. Wenn mir die achso jammernde Mutter dann erzählt, was sie alles nicht ißt/nicht anfaßt/nicht zubereitet, dann ist doch schon vieles klar.

Aber es gibt ja auch die anderen: Da sind die Großen lust- und genußvolle Esser, auch immer schon gewesen, probieren gern und viel. Und die Kinder haben ungefähr drei Gerichte auf dem Plan. Schon merkwürdig. Ich denke, dass vieles halt auch einfach Glück ist, denn — oh große Erkenntnis! — Kinder sind nun mal einfach verschieden.

Allerdings fällt mir noch ein: Ich habe auch in der Schwangerschaft rigorous alles gegessen, was ich vertragen habe. Von Kaffe wurde mir sterbenselend, habe ich gelassen. Zigaretten ebenso. Aber beim Essen, da vertrug ich eigentlich alles. Und so ging ich davon aus, meine Kinder auch. Ich habe mich an kein schlaues Buch gehalten und Knoblauch, Zwiebeln, Käse etc. hemmungslos genossen. Ja, auch mal ein Gläschen Wein oder Sekt. Dito während der Stillzeit. Also gehe ich davon aus, dass die Jungs schon sehr früh viele verschiedene Geschmäcker kennengelernt haben ;-).

Und das ging so weiter: Die Breie waren nicht nur eine Sorte, sondern bunt gemischt und ab dem (frühen) festen Essen gab es sowieso alles. Und ja, auch heute noch nötige ich sie doch tatsächlich, auch mal Dinge zu essen, die sie nicht heiß und innig lieben. Nicht dass wir uns mißverstehen: Ich zwinge nichts rein, was sie absolut nicht mögen, fände ich demütigend. Aber es gibt halt auch mal Kartoffeln und es gibt mal Gemüsepfanne, die MIR schmeckt — und da müssen sie durch. Da gibt es nichts extra gekocht und auch nicht immer Brot als Alternative. Und siehe: Nach dem dritten Versuch stellt man vielleicht fest, das man Fisch doch richtig gern mag. Dann kann man ihn nächstes Mal lecker finden und genießen. So erweitert sich der kulinarische Horizont.

Aber trotz aller schönen Theorie: Ich habe hier eineiige Zwillinge, die ja nun definitiv im Mutterleib und auch meist danach dasselbe Essen bekommen haben. Was sie nicht hindert, unterschiedliche Geschmäcker zu haben. Unser „Moppelchen“ (O-Ton Gynäkologe, da der Kerl schon im Mutterleib 500g mehr wog als sein Bruder) neigt zu süß, fett und ungesund (seufz) und der schlanke Zwerg liebt es deftig, salzig und durchaus auch mal ausgefallen (momentanes Lieblingsgericht: Kapern). Also muss da noch mehr sein…

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2 Antworten zu Das Ding mit dem Essen und den Kindern

  1. Michaela schreibt:

    Hallo,

    meine JUngs essen auch fast alles. Und sollte da mal was dabei sein, was sie(heute) nicht mögen, na dann dürfen sie ihre Kartofffeln oder so auch mal in Ketchup ertränken. Kommt aber selten vor.Denn Gemüse und Obst essen meine Jungs eigentlich jeden Tag.

    LG Michaela

  2. Waldweiblein schreibt:

    Ja, das mit den Parallelen zum Elternverhalten fällt mir auch oft auf. Allerdings sind meine Zwerge da schon ein wenig seltsam… beide mögen auch die Sachen, die für Kinder normal gar nicht so typisch sind: Probiert wird erst mal alles. Normal am Mittag weniger nach süß als nach herzhaft gefragt – klar, natürlich auch – aber auch oft (darf ich bißchen Käse-pur/Tomaten/Trauben) und kürzlich auf einer Feier standen fast alle Kinder am Dessertteil des Buffets… meine zwei „vergriffen“ sich an Oliven, Frischkäsehäppchen, Sprossen und Antipasti.

    Das soll nicht heißen, dass meine keine Süßigkeiten mögen, aber seltsam ist es schon manchmal.

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