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Nie ändern wird sich, dass ein fieberglühendes Kind mich sofort in Gluckenmutter-Modus stürzt.

Geändert hat sich, dass das total ermattete Würmchen heute lieber Eurosport als Kinderkanal guckt zur Ablenkung. Ich weiß nicht, ob ich mit Fußball als Hintergrundgeräusch wirklich glücklicher bin als mit den Glücksbärchis. Aber es beschäftigt ihn soweit, dass er ab und an am Kamillentee mit Elektrolyten und Traubenzucker nippt, also ist es gut.

Und weil sich der kleine Spargeltarzan nach zwei Tagen Erbrechen und nix essen immer kurz vor dem Krankenhaus befindet (ob wegen des Gewichtsverlusts, drohender Dehydration, allgemeinem der Tod-auf-Latschen-sein oder übervorsichtiger Kinderärztin weiß ich nicht so genau) täte ich heute ganz gern ein paar gedrückte Daumen nehmen.

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Danke. Die Daumen haben geholfen, der Zwerg ist langsam, aber sicher auf dem Weg der Besserung.

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Unnötig zu erwähnen, dass, als der eine wieder gesund war, der andere anfing, oder? Ich hätte dann jetzt genug, danke.

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte, wie ich sie derart widerlich finde.

Diese Leute, die immer noch und wieder der Meinung sind, die schlimmste Beleidigung, die man ihnen antun könnte, wäre es, sie schwul zu nennen. Die saublöde Sprüche machen und – wenn sie richtig nett sein wollen! – einem hinterher erzählen, das wäre doch nur ein Späßchen gewesen. Die „ja nichts gegen Schwule haben“, nur das eigene Kind soll dann bitte doch lieber nicht… Die, wenn man sie dafür anpflaumt, einen garantiert als humorlose Zicke beschimpfen, die sich doch bitte nicht so haben soll. Die sich in ihrem Stammtischniveau dann fast immer im spätestens nächsten Satz auch über Juden und Ausländer auslassen.

Ich fasse es nicht, dass dieses Denken tatsächlich immer noch in den Köpfen ist. Und das ich immer noch nicht genug Menschenkenntnis habe, um nicht ab und an mal wieder davon überrascht zu werden.

Es gibt echt wenig, was mir so gründlich und langanhaltend die Laune versauen kann.

Samstag in lange Nacht der Wissenschaften.

Dieses Wochenende wird anstrengend. Aber schön.

Und weil solche Tage nach Trost der ganz altmodischen Art verlangen, gibt es heute hier Frau-Antonmannschen-Nusszopf.

Genauer gesagt gibt es etwas, das entfernt von diesem Zopf inspiriert wurde. Denn statt frischer hatte ich nur Trockenhefe, statt Nüssen habe ich Mandeln und Mohn, aber kein Marzipan. Statt Geduld Herzschmerz und so sieht das, was da im Ofen liegt weniger wie ein Zopf und mehr wie ein Kuhfladen aus.

Schauen wir mal, was die halbe Stunde backen daraus macht. Dem Kind schmeckte die Füllung jedenfalls schon mal und der Hefeteig verhielt sich eigentlich – eigentlich – auch sehr anständig. (Die Fülle war halt nur so suppig, das richtiges kreuzen nicht drin war).

Drücken Sie die Daumen, dann bekommen Sie auch ein Foto. Vielleicht.

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Eineinhalb Stücke später (meine Güte, macht der satt):

geduftet hat es herrlich

das Kind, das getröstet werden sollte mag ihn nicht undankbares Blag und futtert lieber Kekse

das andere Kind liebt ihn

ich liebe ihn auch

wenn die Tasse von Frau … äh … Mutti hier ist werde ich noch einen machen müssen

Vielleicht nicht schön, aber lecker.

Vielen Dank, Frau Antonmann.

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Noch ein Nachtrag: Am nächsten Tag schmeckt er tatsächlich noch besser. Wenn Sie also die Kraft haben: Lassen Sie ihn durchziehen. (Oder backen Sie heimlich vor)

Wenn das Kind heulend nach Hause kommt, dann blutet es das Mutterherz.

Auch wenn sich dann manchmal ein wenig  „ich hab es doch gesagt“ und „hoffentlich ist das jetzt eine Lehre“ reinmischen.

Ja, das Kind hätte seine Pokemon-Karten nicht mitnehmen sollen zum Tauschen. Schon gar nicht alle seine wertvollen und seltenen (und das war kein kleiner Stapel). Und ja, es hätte die Karten noch viel weniger einfach im Regal ablegen und vergessen sollen.

Aber mein Kind ist ein gutmütiges, ehrliches Kind und nicht mißstrauisch genug für diese Welt. Nun sind die Karten weg und das Mutterherz versteht den Schmerz, den großen. Sehr sogar. Scheiße.

Wenn mehrere Dinge zusammentreffen, wie z.B.

  1. endlich, nach zwei Jahren, ist das 1000-Steine-Land wieder in Berlin, auf dem man
  2. so wunderbar einzelne Legofiguren so ziemlich jeder Art kaufen kann und dann
  3. die Kinder gerade pleite sind, so dass
  4. Verhandlungen über die Kredite, Zuschüsse, Abhebungen von Sparbüchern zu führen sind,

dann sehe ich einer Woche mit sehr, sehr kooperationswilligen Kindern entgegen. Sehr entspannend.

Und Erpressung ist so ein böses Wort, das benutzen wir hier in der Familie nicht. (Vorzutragen vorzugsweise mit starkem italienischem Akzent…)

Ich präsentiere:

Möbius-Cat

Von 0 auf Zicke
in zwei Sekunden

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