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Ein neues Tuch ist fertig. Eines, dass zwar Spaß gemacht hat, sich gut stricken ließ und eigentlich auch schön ist, aber mit dem Frau Miest irgendwie doch nicht so ganz und völlig glücklich ist. Schauen Sie mal:

(nein, unsere Bücherregale sind nicht schief. Sohnemann, der angehende Starfotograf schon eher)

Ich weiß auch nicht so genau. Die Wolle ist wundervoll, von dunkelbraun bis fast weiß im Übergang, zum ersten Mal habe ich Perlen eingestrickt, nur unten ein paar minikleine, die man kaum sieht, Fehler sind auch kaum drin. Aber es ist so … ich weiß nicht.
Ich will jetzt nicht gelobhudelt werden, keine Bange. Sollte es jemand unbedingt haben wollen – dann schauen wir mal.
Der Vorteil von dreißig Jahren mehr Lebenserfahrung ist eine gewisse Raffiniertheit.
Sohn Nummer zwei beschließt gerade, dass sein Dickkopf größer ist als der aller anderen auf dieser Welt, speziell in dieser Familie. Da seine Mutter die Unverschämtheit hatte, bis zu den Osterferien eine Medienschonzeit zu verhängen und dies auch tatsächlich durchsetzt, schmollt Sohnemann mich seit 1,5 Tagen konsequent an. Ist pampig bis zum geht-nicht-mehr und ein Ekelpaket vor dem Herren (ja liebe durch Schwangerschaft oder ähnliches hormonverklärte: dieses kleine süße Bündel, dass ihr heute noch anschmachtet kann in ein paar Jahren ganz plötzlich so ein richtiger kleiner Kotzbrocken werden. Genießt es also, wenn das Gör noch nicht sprechen kann…).
Gestern bin ich noch drauf reingefallen, bin eingestiegen auf sein Gemotze und habe ihm weiteren Privilegienentzug angedroht.
Heute nicht. Heute habe ich Erdbeeren gekauft zum Nachtisch. Dicke, große, viele Lieblingsfrüchte von dem kleinen Ekelsohn. Und er wird sie bekommen, ganz ohne Bedingung und Erpressung. Mal sehen, ob er danach immer noch schmollt.
Schreiben Sie ein, zwei Artikel darüber, wie schön das mit den Hausaufgaben jetzt klappt. Erzählen Sie ein bißchen davon und vergessen Sie vielleicht, kräftig auf Holz zu klopfen.
Dann können Sie aber sowas von sicher sein, dass demnächst ein Tag kommt, der geeignet ist, jeglichen, aber auch jeglichen evtl. doch noch vorhandenen weiteren Kinderwunsch im Keime zu ersticken.
Immerhin, wir alle haben in der Zeit, in der es gut lief, Kräfte getankt; so dass sowohl der Sohn als auch ich zwischen den Schreiattacken wieder tief Luft holen, uns beruhigen und weitermachen konnten.
Feinstes Aprilwetter hier. Wie wohl überall zur Zeit.
Inklusive Katze, die mich weckt, damit ich sie vor dem Hagel beschütze (wohlgemerkt: die Katze war drin. Der Hagel draußen).
Es ist sehr süß, wenn der Miest-Mann sich nach zehn Jahren ein neues Mobiltelefon kauft.
Da werden tagelang Berichte verglichen, Preise studiert, Bilder geschaut. Wenn dann endlich, endlich bestellt ist und er dankenswerterweise die Nachricht hat, das sein Wunschobjekt auf dem Weg ist, dann stromert der Miest-Mann den ganzen Vormittag etwas ziellos durchs Haus, immer mit einem Ohr an der Klingel.
Natürlich kommt der Postbote drei Minuten, nachdem der Miest-Mann mit dem Sohn in die Stadt gefahren ist. Am Nachmittag dann aber: Feierlich zelebrietes Auspacken, begucken, feststellen, dass der Daumen etwa fünfmal so groß ist wie die Tasten (nächstes Mal gibt es ein Senioren-Modell). Während der Akku lädt wird das Handbuch studiert und eine Viertelstunde lang über dem alten Gerät geflucht, weil es nicht aufgehen und die Sim-Karte hergeben will.
Dann folgt der ein wenig unsüße Teil, in dem der Miest-Mann versucht herauszufinden, wie er a) den Tastenton abstellt. b) die Lautstärke runterregelt und c) einen einigermaßen erträglichen Klingelton findet. In dieser Zeit kann es ratsam sein, einen etwas distanzierteren Beobachtungsposten einzunehmen.
Die folgenden Stunden sind dem Erforschen der verschiedenen Menüs gewidmet. Nachdem er mir vorher dreimal versichert hat, dass ja alles gaaaaanz intuitiv ist und er kein Handbuch braucht stellt sich dann doch heraus, dass das Beenden des nervigen Videos offenbar von jemand sehr merkwürdig denkendem programmiert wurde, denn es dauert etwas länger – so ganz intuitiv.
Die Kopfhörer sind zum Glück recht gut und wenn er jetzt die Kabel auf die richtige Länge einstellen kann, dann wird mein Abend nur noch von gelegentlichem „Guck mal, ist ja toll“ und „hör’ doch mal, was klingt besser?“ unterbrochen werden.
Ansonsten warte ich nur noch auf das erste „wo ist mein Telefon?“, weil das Teil doch nur noch etwa ein Drittel an Gewicht und Größe des alten hat.
Und so in drei, vier Wochen lesen Sie dann, wie überaus toll es ist, wenn Frau Miest herself ein neues Mobiltelefon (natürlich ein völlig anderes) ihr eigen nennt.
Heute
- Wochengroßeinkauf erledigt BEVOR die Massen an Hirnabstinenten den Laden blokieren – auf der Straße waren aber schon ein paar von ihnen,
- einen speziellen Zusatzeinkauf in der großen Stadt getätigt,
- einen Teil dieses speziellen Zusatzeinkaufes bei meiner Mutter vorbeigebracht, sie damit glücklich gemacht und mir eine schöne Osterüberraschung gesichert,
- äußerst erfolgreich beim Friseur gewesen. Das erste Mal eine Friseurin erlebt, die so gut wie nur mit dem Rasiermesser an mir gearbeitet hat, und das richtig, richtig gut,
- ein nahrhaftes und leckeres Essen für die Kinder und mich gekocht (na gut, ich fand es lecker. Die Kinder … naja Kinder eben, Sie kenne das)
Und es ist noch nicht 14.00 Uhr. Wow.
(Aber jetzt ziehen Wolken auf und ich werde prompt müde).
Warum muss man seine Telefongespräche lauthals führen, während man im Garten auf und ab läuft?
Jedenfalls dann, wenn keiner der fünf Nachbarn weiter als 10 m weg ist, könnte ich doch mal drüber nachdenken oder?
(Nein, nicht DER Nachbar. Seine Frau…).
Ich habe jetzt eine Weile gebraucht, für das Stöckchen, aber das lag nur daran, dass ich das Foto, welches ich sofort im Kopf hatte, wiederfinden musste.
Es ist von grottiger Qualität, aber das macht ja nix.

Ich mag Bäume im allgemeinen sehr.
Diesen Baum, der eigentlich drei zusammengewachsene Bäume mal war – mittlerweile wurde ein Teil vom Blitz getroffen, sorgfältig abgetrennt und entfernt – den liebe ich besonders. Er ist riesig und wunderschön. Ich besuche ihn einmal im Jahr, mache viele Bilder von ihm, unterhalte mich mit ihm, fasse ihn an.
Ich habe das Bild mal in einem Kalender für einen lieben Freund verwendet, weil es da in einen ganz speziellen Zusammenhang paßte. Jedesmal, wenn ich das Bild sehe, muss ich daran denken. Das Bild ist auch auf meinem Mousepad (notfalls hätte ich das also noch mal abfotografieren können).
Dieser Baum ist mein Baum. Wenn es nur ginge, dann würde ich gern unter ihm begraben werden. Da er aber nicht auf einem Friedhof steht, wird das wohl nichts werden.
wenn ich so gar keine Böcke habe ganz dekadent bin, dann bin ich in Versuchung, das Mittagessen für mich und die Kids beim Chinesen zu bestellen. Mittagsmenü ist billig und zwei reichen für uns drei locker.
Heute habe ich der Versuchung nachgegeben.
Das letzte Mal war lange genug her, dass ich vergessen verdrängt hatte, dass der Lieferchinese (im Gegensatz zum Liefer-Sushi) leider grottenschlecht ist. Seufz. Ich möchte bitte mehr Auswahl, auch hier in der Pampa.



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