Charakterfrage

Sie kennen das doch sicher, wenn es so schön heißt „alte Häuser haben halt Charakter“? Unser Haus fing an Charakter zu entwickeln, als es ungefähr 1 Jahr alt war…

Also, wir reden jetzt nicht von dem Parkett, das derart arbeitet, dass die Katze in den entstehenden Rillen ihr Spielzeug verstecken und wieder hervorholen kann und auch nicht von der Terassentür, die sich mit einer Inbrunst verzieht, die bewundernswert ist. Der erste echte eigenwillige Zug waren die Lichtschalter im Wohnzimmer. Dort ist eine Lampe, die von zwei Schaltern aus zu schalten ist. Eigentlich fein. Allerdings lässt sich ab und an (besonders gern bei feuchtem Wetter) das Licht an dem einen Schalter nur dann an bzw. ausschalten, wenn der andere Schalter an der anderen Wand in der richtigen Position steht. Welcher Schalter betroffen ist und welche Position die richtige ist wechselt selbstverständlich. Der Elektriker meinte erst „das gibt es nicht“, dann schaute er ratlos, dann zuckte er die Schultern. Erklärungen gibt es keine, Abhilfe auch nicht. Das ist allerdings noch ein Charakterzug, mit dem ich ganz gut leben kann, der zeigt Eigenwillen und stört nicht sehr (jedenfalls mit ein wenig Toleranz).

Als nächstes kam die Dusche. Nach fünf Jahren musste eine neue her, weil an der alten ein Teil kaputt ging und es keinen Ersatz mehr gab, da Billigmarke. Ok, gibt es halt diesmal eine mit Markennamen, weil Qualität und so… Schwerer Fehler. Diese Dusche tropfte. Das tropfende Teil wurde ausgetauscht, nicht einmal, sondern zweimal innerhalb von ca. 3 Monaten. Dann war sechs Monate Ruhe. Nun tropft sie wieder. Nicht immer. Nicht nach festem Muster. Aber dafür ab und an sehr ausdauernd bis wasserfallartig. Und sie singt. Gern mitten in der Nacht. So ein hoher Ton, nahe an der Hundepfeife, aber leider grad noch hörbar. Auch nicht oft. Aber…  Bisher haben meine Nerven noch keinen erneuten Anruf beim Hersteller erlaubt, ich fürchte aber, da muss ich bald durch.

Nun hat sich die Therme der musikalischen Dusche angeschlossen. Ausschließlich nachts, gern so gegen 4 Uhr. Metallquietschend. Der Installateur ist bestellt, denn diesen Charakterzug bin ich deutlich nicht bereit hinzunehmen.

Ich finde, jetzt ist mal für die nächsten 50 Jahre genug Charakter hier.

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Ist klar

Heute sehe ich, dass die Osterglocken und die Tulpen mangels Winter bereits 5cm aus der Erde sind und die Hälfte der Sträucher Knospen hat – und nun schneit es. Endlich mal ist es weiß vor dem Fenster. Nur das Timing…

 

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Ganz früh morgens,

gleich nach dem Schulbeginn der Kinder und noch im Dunkeln, zum Großeinkauf zu fahren hat den Nachteil, dass man noch den kompletten Berufsverkehr erwischt. Dafür aber den Vorteil, dass im Geschäft fast nur die Angestellten unterwegs sind in dieser speziellen „noch gehört alles uns“ -Stimmung, die sehr nett ist. Soweit war das zu erwarten.

Was ich nicht erwartet hatte, war der sentimentale Einschlag, den der Einkauf durch die große Zahl an mir begegnenden Männern bekommt, die noch in ihrer Zuviel-Aftershave-Wolke durch die Gegend laufen. Genau so wie mein Vater früher. Da setzt dann ein sofortiger olfaktorischer Flashback ein. Ich kenne sonst heute keine Männer mehr, die Aftershave benutzen (oder ich treffe sie nicht früh genug am Tag, um es zu bemerken).

Außerdem hat so ein früher Einkauf natürlich den Vorteil, frische Brötchen zum Frühstück zu haben und nun in aller Ruhe auf den Installateur warten zu können.

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Mal wieder

ein paar Schnipsel aus allen Lebenslagen:

  • Wer zum Henker hat diesen Rating-Agenturen eigentlich diese absolute Macht verliehen? Und mit welcher Begründung? Wenn jetzt mal alle ruhig bleiben wollten und sagen „soso, ihr schätzt die also so ein, muss uns aber jetzt nicht wirklich interessieren“, dann wäre die Hälfte der Krise schon weg. Ich warte gespannt auf den Tag, an dem die ersten Fälle einer gekauften Bewertung nachgewiesen werden.
  • Dieser ganzer Finanzmarkt ist ein überaus krankes System, das mich sehr an die letzten und dekadenten Tage des römischen Reiches erinnert. Die Folgen dürften ähnlich werden.
  • Etwas erfreuliches: Es wird endlich kalt und dazu noch sonnig, wunderbar.
  • Die Nachricht über das havarierte Schiff und die absolut chaotische Evakuirung kommt zwei Tage, nachdem ich die Fähre für den Urlaub gebucht habe…
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Relationen

Es gibt Dinge, die lassen den Streit darüber, ob jemand, der für eigentlich gar keinen richtigen Job verdammt gut bezahlt wird, sich für absolut dämliches Verhalten irgendwann mal genug entschuldigt hat, ganz genau so unwichtig erscheinen, wie sie sind.

Und ja, man kann um jemanden weinen und trauern, den man nie persönlich kennengelernt, sondern „nur“ jahrelang gelesen hat. Krebs ist ein Arschloch.

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Guter Vorsatz für 2012

Einen hab ich:

Es wird jeden Monat mindestens ein vernünftiges Foto aller Familienmitglieder geben, inklusive Frau Miest. Wer auch immer das machen wird…

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Wollen Sie Ihre Kinder wirklich glücklich machen?

Dann seien Sie die ganzen Ferien über davon überzeugt, dass am 2.1. die Schule wieder beginnt. Gruseln Sie sich und alle anderen mit der Vorstellung, einen Tag nach Neujahr um 6.00 Uhr aufstehen zu müssen.

Und stellen Sie dann (dies rechtzeitig zu tun ist wichtig!) fest, dass es erst am 4.1. wieder losgeht. Machen Sie einen Kniefall vor den Freunden, die sie darauf bringen…

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Weichgespült

Sich amerikanische Workshops anzuhören hinterlässt im Ohr einen Brei aus „excellent question“, „awesome“, „love it“. Plaque für’s Hirn.

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Wenn die Kinder größer werden,…

… dann werden die Geschenke weniger aufbauintensiv, dafür deutlich strombedürftiger. Bei uns zumindest.

Als die Jungs heute fertig waren mit nach Stunden gezwungen wurden, fertig zu sein mit dem jubelnden Bespielen ihrer Zusatzpakete für das favorisierte Online-Spiel, da schnappten sie sich wieder die ebook-reader und verschlangen den Eragon weiter. Ich hab heute erst mal Ladekabel nachgeordert…

Schöne, ruhige (zeitweise, ok), friedliche Feiertage haben wir.

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selbst Schuld

Und nächstes Mal, Frau Miest, lassen wir die schokolierten Marzipanelche auch wie gefordert auf einem Rost trocknen. Dann können wir sie nämlich auch wie geplant verschenken.

Also, nicht, dass die Bruchstücke der am Teller festgeklebten Elche nicht toll schmecken würden… aber nicht einer hat das Ablösen heil überstanden. Mist.

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